Refugee berichtet vom Umgang während der Besetzung

Einer der Refugees, der in der Nacht zu Montag bereits vom Dach gekommen war, berichtet vom Umgang der Polizei während der Besetzung. Er berichtet, dass Essen, das von einem Pfarrer für die Refugees im Hostel abgegeben wurde, vor deren Augen von den anwesenden Polizist*innen gegessen wurde. Weiter berichtet er, dass herbeigerufene Ärzt*innen den Gesundheitszustand der Refugees nur aus meterweiter Entfernung einschätzen durften. Den Refugees soll zugerufen worden sein, dass sie für eine intensivere ärztliche Kontrolle vom Dach hätten kommen müssen. Außerdem berichtet er, dass das Krankenhaus, im dem er sich zur Behandlung hatte einliefern lassen nachdem er vom Dach gekommen war, ihm keine Medikamente oder Behandlung angeboten hatten, nicht einmal ein Glas Wasser. Stattdessen hätte es achtzig Euro an Behandlungsgebühr gefordert.

Heute Abend 18 Uhr Demonstration vom Supermarkt Warschauer Straße. Es wird eine Pressekonferenz der Refugees geben, wir informieren über Zeitpunkt und Ort.

Mo,18 Uhr: Demo nach dem Ende der Besetzung in der Gürtelstraße

In Absprache mit den Refugees, die selbst wohl nicht mit dabei sein können, weil sie eigene Planungen für sich durchführen wollen, die aber die Demonstration unterstützen, rufen wir nach dem Ende der Besetzung in der Gürtelstraße zur Demonstration auf! Wir richten uns gegen das Verhalten des Senates und die Ignoranz, mit der die Berliner Politik auf den Protest der Refugees reagiert. Unsere Solidarität gilt den Refugees, die 12 Tage lang mit unzureichend Wasser und praktisch keinem Essen auf dem Dach in der Gürtelstraße für ihre Rechte protestiert haben.
Kein Mensch ist illegal – Bleiberecht überall!

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Zeitplan für 07.09.2014

12.00: Interreligiöses Gebet an der Polizeiabsperrung
12.00 – 15.00: Nazikundgebung (siehe facebook-event) Ecke Gürtelstraße/Frankfurter Allee und Gegenprotest! Ein Gerücht sagt, dass auf der anderen Seite der Gürtelstraße auch eine NPD-Kundgebung stattfinden soll. Ist aber nicht verifiziert!
16.00: Treffen der Arbeitsgruppen,einfach vorbeikommen und mitmachen
19.00: Infoplenum zur Situation und Tagesgeschehen (die Arbeit soll zukünftig in den AGs stattfinden)

Besuch auf Henkels Sommerfest und Ärzt*innen, die kein Wasser zum Dach bringen durften

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Ärzt*innen versuchen den Refugees auf dem Dach Wasser zu bringen – vergeblich

Heute nachmittag hat es zwei Aktionen an und um die Gürtelstraße gegeben. Zum Einen hat die Ärzteorganisation IPPNW versucht Wasser zum Dach der Einrichtung zu bringen. Die erste Polizeikette konnten sie übergehen, bei der Polizeiabsperrung aber wurden sie dann aufgehalten. Nach mehreren Verhandlungsversuchen und Vermittlung auch von Hans-Christian Ströbele, war klar, dass die Ärzt*innen nicht zum Dach gehen und die Wasserflaschen auch nicht weitergeben dürfen. Die Polizei gestattete ihnen nicht einmal mehr, ihre Wasserflaschen nach dem Protest wieder mitzunehmen. Nach circa zwei Stunden wurde die Versammlung vor der zweiten Absperrunge aufgelöst und die Ärzt*innen zurück zur Kundgebung begleitet.
Diese sprachen von einem Skandal, unterlassener Hilfeleistung und folterähnlichen Zuständen. Die Kritik an der Polizei und Innensenator Henkel wird dieses Vorgehen sicher nicht befrieden.

Innensenator Frank Henkel (offener Mund) verschwindet vom Sommerfest

Refugees mit Rosen für Henkel

An den Rosen waren diese Botschaften gebunden // twitter: @oranienplatz

Währenddessen versammelten sich circa 40 Personen auf dem Sommerfest der CDU Lichtenberg. Als Gast eingeladen war Innensenator Frank Henkel, der maßgeblich verantwortlich für den Polizeieinsatz und den unmenschlichen Umgang mit den Refugees zeichnet. Die Aktivist*innen meldeten sich mit Sprechchören und Plakaten zur Wort, bis Frank Henkel die Veranstaltung im Hof durch das Theatergebäude verließ. Die Aktivist*innen blieben und nutzten die Bühne für ein kurzes Statement. Anschließend verließ ein Demonstrationszug von circa 70 Menschen das Sommerfest und ging mit Sambamusik und lauten Parolen zurück zur Gürtelstraße.

Anwesende Refugees hatten Rosen mitgebracht, die sie Frank Henkel überreichen wollten. Auf diesen waren Zettel mit einer Botschaft angebracht.

Nachdem der Protest beendet wurde, zog ein spontaner Demonstrationszug von circa 70 Personen zurück zur Gürtelstraße, wo die Aktionen und Proteste weitergehen.

Momentaufnahme Sommerfest. Links Henkel (verdeckt), rechts Teil der Protestierenden

Momentaufnahme Sommerfest. Links Henkel (verdeckt), rechts Teil der Protestierenden

PM IPPNW: Menschenunwürdige und lebensbedrohliche Zustände beenden

“Die Ärzteorganisation IPPNW hat den Berliner Innensenator Frank Henkel aufgefordert, den Flüchtlingen auf dem Dach des Hauses in der Gürtelstraße unverzüglich Zugang zu Essen, Trinken, Medikamenten und medizinischer Versorgung zu gewähren. Die sieben noch ausharrenden Flüchtlinge sind seit dem 26. August 2014 ohne Nahrung und genügend Trinkwasser. Sie haben keine Kleidung zum Wechseln, keine sanitären Möglichkeiten und keine ausreichende ärztliche Versorgung. Continue reading